Einführung

Mein Name ist Matthias Meiners. Als Grü;nder der Klavierstimmerei Praeludio® stimme ich mit Ihnen darüber ein, dass Klavier spielen gut tut. Aber vielleicht wissen Sie ja noch gar nicht, wie gut Ihnen das Klavier spielen tut oder Sie spielen noch gar nicht Klavier und ahnen bislang lediglich, dass es Ihnen gut tun könnte. Daher lohnt es sich, nicht einfach die Aussage als Feststellung hinzunehmen, sondern die folgenden Fragen zu beantworten:

  • Wer sind Sie?
  • Was ist es am Klavier spielen, das genau Ihnen gut tut bzw. gut tun könnte?
Erste Antworten

Die Antwort auf die erste Frage scheint kurz zu sein: Sie sind ein Mensch. Wenn wir uns anschließend gemeinsam trauen, die Frage zu stellen, was Menschsein eigentlich heißt, werden wir eine Vielzahl interessanter Antworten finden.

Von der Beantwortung der zweiten Frage erwarten Sie sicher eine umfangreiche Antwort. Die werden Sie bekommen. Denn wir orientieren uns dabei an der Entwicklung des Menschen. Schließlich kann uns das Klavier ja aufgrund seines Potenzials ein Leben lang begleiten!

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Menschsein

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Im Zentrum

Das Klavier spielen soll uns gut tun. Daher steht im Zentrum unserer Überlegungen der Mensch, der von den einzelnen Phasen seiner Entwicklung geprägt wird. Wenn die Entwicklung gut verläuft, dann erreichen wir eine hohe Lebensqualität. Diese wird wesentlich davon bestimmt, inwiefern wir unser Leben gestalten können.

Zum Thema Das Lernen beginnt schon vor der Geburt
Vorgeburtliches Lernen

Wussten Sie, dass wir bereits ährend der Schwangerschaft mit dem Lernen beginnen? Immer wenn die werdende Mutter mal Pause macht, bedeutet das für den Embryo, den man ab der 8.Woche Fetus nennt, dass er nun Gelegenheit für Bewegungserfahrungen bekommt. Aus ersten Zuckungen auf der Basis von Reflexen werden bereits koordinierte Bewegungen wie Ultraschall-Aufnahmen zeigen, wenn der Fetus nach der Nabelschnur greift oder sich Daumen oder Zehen in den Mund steckt.

Bereits ab der 8.Woche beginnt der Tastsinn zu funktionieren. Über Druckreize von innen und außen entwickelt sich über diesen Sinn ein erstes Körperschema, aus dem sich später wiederum das Bewusstsein entwickelt. Ab der 24.Woche hören wir bereits die Stimmen und Klänge der Welt. Die ersten Klangerfahrungen sind durch das Fruchtwasser gefiltert und daher grundtönig. Diese Höreindrücke bestimmen später unsere Vorliebe für den ebenso grundtönigen Pianoklang.

Der Grad unserer Entspannungsfähigkeit beim Klavier spielen steht im Zusammenhang mit einer Besonderheit unseres Gedächtnisses. Denn wir speichern nicht die Informationen eines einzelnen Sinneskanals. Vielmehr speichern wir zusätzlich zu dem jeweiligen Lerninhalt den situativen Zusammenhang. Das erklärt sich aus der Tatsache, dass die meisten unserer Sinneskanäle ständig auf Empfang geschaltet sind. Wir werden somit immer gleichzeitig über mehrere Sinneskanäle mit Informationen aus unserer Umgebung beliefert. Dieser so genannte Kontext wird von uns bewertet und im Sinne einer doppelten Kodierung als Gefühl gespeichert. Dieses Muster funktioniert bereits vorgeburtlich. Aber wir können in dieser Phase natürlich das Erlebte noch nicht mit Begriffen speichern. Daher haben wir später auch keinen Zugriff auf ein begrifflich aufgebautes Gedächtnis als Grundlage unseres Bewusstseins. Wir können uns demnach nicht an den Zusammenhang erinnern. Aber wir können beim Hören dieses Klangmusters das damit verbundene Gefühl spüren, das uns aufgrund seines positiven Charakters ausgezeichnet entspannen lässt.

Zum Thema Erfahrungen prägen die Erwartung
Erwartungshaltung an das Leben

Nachdem wir uns 9 Monate an die idealen Bedingungen gewöhnen durften, werden wir in die Welt geworfen. Dort erwartet man uns bereits freudig. Aufgrund unserer vorgeburtlichen Erfahrungen werden wir bereits mit einer Erwartungshaltung an das Leben geboren. Die Erwartungen prägen unsere Grundbedürfnisse. Die Erfülung unserer Bedürfnisse wiederum ist die Voraussetzung für unsere Ausgeglichenheit während des weiteren Lebens.

Vielleicht aus einer spielerischen Laune heraus oder damit es uns nicht langweilig wird, hat uns die Natur mit einem Paar von Gegensätzen an Grundbedürfnissen ausgestattet. Während der Schwangerschaft konnten wir uns daran gewöhnen, mit unserer Umgebung eng verbunden zu sein. Genauso selbstverständlich haben wir es erlebt, dass wir täglich Über uns hinauswachsen durften. Verbundenheit und Entwicklung weisen in jeweils entgegen gesetzte Richtungen. Das heißt, zwischen diesen beiden Bedürfnissen besteht ein Spannungsfeld. Die Auflösung dieser Spannung ereignet sich gelegentlich in dem neuen Spannungsfeld der Liebe. Denn die Liebe ermöglicht es, dass wir verbunden bleiben und uns gleichzeitig ganz selbstverständlich entwickeln können.

Zum Seitenanfang Welches Wesen verbirgt sich hinter dem folgenden Rätsel?

Ein Rätsel liefert Antworten

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Das Rätsel:

Es gibt ein Wesen, das sich zuerst auf vier, dann auf zwei und schließlich auf drei Beinen fortbewegt. Geht es hier um reine Phantasie oder existiert dieses Lebewesen wirklich?

Zum Thema Kultur ist Lernen über Generationen hinweg
Kulturleistungen

Das gesuchte Lebewesen ist der Mensch. Das Rätsel gibt einige ganz erstaunliche Einblicke in die Besonderheiten des Menschseins. Zum Beispiel der krabbelnde Mensch. Wir beginnen unsere ersten Übungen der Fortbewegung als Vierfüßler. Dafür sind wir genau genommen auch veranlagt. Der Mensch ist von Natur aus nicht für den aufrechten Gang geschaffen. Der aufrechte Gang ist eine so genannte Kulturleistung. Diese muss erst erlernt werden. Ohne Vorbilder würden wir uns jedoch weder um das aufrechte Stehen noch um das zweibeinige Gehen bemühen. Der aufrechte Gang eröffnet uns die Möglichkeit, beide Hände für die Benutzung von Werkzeugen frei zu haben.

Auch das Musikinstrument ist ein Werkzeug. Zum Klavier haben wir eine besondere Verbindung, denn es ist ein Kulturgut unseres Kulturraums und das Klavier spielen ist folglich eine Leistung unserer Kultur. Das lässt sich anhand der langen Liste der bedeutenden Komponisten leicht nachvollziehen.

Zum Thema Von der Natur zu gigantischen Lernleistungen befähigt
Das Lernen geht weiter

Ungefähr ab dem Zeitpunkt, da wir gelernt haben, auf 2 Beinen zu stehen und zu gehen, beginnen wir zu sprechen. Auch das Sprechen ist nicht von Natur aus in uns angelegt, sondern eine Kulturleistung, die wir aufgrund von Vorbildern lernen. Das Sprechen zeigt, zu welchen erstaunlichen Lernleistungen die Natur uns befähigt. Überlegen Sie einmal: Es handelt sich um Kinder, die noch keine 3 Jahre alt sind. Nur durch Zuhören lernen sie nicht nur die Worte sondern auch die Grammatik ihrer Muttersprache. Dabei legen die Kleinen kein umfangreiches Lexikon bestehend aus allen möglichen Einzelfällen an. Das menschliche Gehirn analysiert ab dem 7.Monat die Struktur der Sprache und leitet davon Regeln ab. Die können wir dann zwar nicht bewusst aufsagen, aber dafür erfolgreich anwenden. Damit Kinder eine Sprache lernen können, brauchen sie eine gewisse Musikalität.

Die Gemeinsamkeiten zwischen Sprache und Musik zeigen sich zum Beispiel in der Sprach-Melodie sowie im Sprach-Rhythmus. Damit wird es unmittelbar nachvollziehbar, dass ein Kind, das musiziert, auch in Sprachen besser wird. Ferner hat die Musik Auswirkungen auf das motorische Zentrum zum Beispiel über die Verbindung des Bewegungs-Rhythmus. Wir wissen heute, dass der Mensch kein Zentrum für Musik besitzt. Wir haben ein Sprachzentrum sowie ein motorisches Zentrum aber kein Zentrum für Musik. Das heißt, Musik bedient sich aus einer Reihe von Eigenschaften, die in anderen Bereichen angesiedelt sind. Genauso entsteht auch Musik in unserem Kopf. Denn während zwischen der Netzhaut im Auge und dem Sehzentrum lediglich mit einem Neuron eine direkte Verschaltung besteht, liegen zwischen Gehör und Hörzentrum bis zu 5 Neuronen. Zwischen jedem Neuron wird beim Hören die Menge der verarbeiteten Informationen vervielfacht. Mit anderen Worten: Musik entsteht im Kopf! Wer musiziert, entwickelt folglich aus bereits bestehenden Elementen neue Netzwerke und eröffnet seinem Gehirn so zusätzliche Verschaltungsmöglichkeiten.

Zum Thema Das Motorische Zentrum im Verlauf eines Menschenlebens
Das motorische Zentrum
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Der Mensch auf drei Beinen

Der Mensch hat also inzwischen den aufrechten Gang gelernt. Machen wir einen Sprung zum Gehen mit der Gehhilfe. Mit dem Alter lässt unsere Bewegungsfähigkeit nach. Damit verbunden ist in der Folge ein Abbau des motorischen Zentrums im Gehirn. Schon vor Jahren hat man gemessen, dass das Gehirn im Alter kleiner wird. Inzwischen hat man festgestellt, dass es vor allem das motorische Zentrum ist, das mangels Nutzung abgebaut wird. Den Abbau von Nervenzellen im Gehirn kann man durch Nutzung verhindern. Dazu muss man weder joggen noch tanzen. Denn zum Beispiel beim Klavier spielen kann man sitzen bleiben und dennoch durch das beidhändige Spiel dem Bewegungszentrum wichtige Entwicklungsreize bieten, die den Abbau zumindest verlangsamen. Die beiden folgenden Themen ergänzen die Bedeutung der geschlechtsspezifischen Unterschiede, die es beim Motorischen Zentrum gibt.

Zum Thema Warum das Gehirn der Männer gößer ist
Macht Masse Klasse?

Die Natur hat die Aufgaben zwischen den Geschlechtern unterschiedlich verteilt. So können sich Frauen und Männer innerhalb einer Partnerschaft ergänzen. Frauen bringen die Kinder zur Welt. Männer gehen auf die Jagd. Daraus ergibt sich eine unterschiedliche Zusammensetzung der Muskulatur. Frauen haben einen höheren Anteil Fett, das mehr Energie liefert, um eben das heranwachsende Kind während der Schwangerschaft ernähren zu können. Die Muskulatur der Männer besitzt einen vergleichsweise höheren Anteil an Eiweiß, damit die Männer mehr Kraft und Muskelmasse entwickeln können. Die größere Muskelmasse wiederum braucht eine vergleichsweise größere Anzahl an Nervenleitungen. Daraus erklärt sich das unterschiedliche Volumen des Gehirns von Frauen und Männern. Denn Männer haben aufgrund ihrer Muskelmasse ein größeres Motorisches Zentrum und daher ein größeres Gehirn als Frauen. Männer sind somit nicht intelligenter sondern lediglich muskulöser und daher mit Nervenbahnen entsprechend umfangreicher verdrahtet.

Zum Thema Schlussfolgerung für die geschlechtsspezifisch unterschiedliche Entwicklung
Buben brauchen (mehr) Bewegung

Aus dem Unterschied in der Muskelmasse und dem Zusammenhang zu der Vernetzung der Muskeln über die Nervenbahnen erklärt sich ein weiterer geschlechtsspezifischer Unterschied. Kleine Jungs zeigen nämlich in der Regel einen größeren Bewegungsbedarf als Mädchen. Denn die größere Muskelmasse braucht mehr Bewegungsumfang, um über die Nerven verdrahtet werden zu können. So werden Entwicklungsunterschiede nachvollziehbar. Denn während Jungs noch dabei sind, ihre Muskeln zu verdrahten, können die Mädels bereits andere Fähig- und Fertigkeiten entwickeln. Die Buben müssen wir in ihrem Bewegungsdrang nicht ruhig stellen, sondern ihnen Bewegungsmöglichkeiten bieten, damit sie sich normal entwickeln können. Dann können sie später auf der Jagd (nach dem anderen Geschlecht) darauf achten, dass sie ein richtig schlaues Mädel als Partnerin bekommen!

Zum Seitenanfang Die Gemeinsamkeiten sind stärker als der Unterschied
Das uns Verbindende

Über alle Altersunterschiede hinweg verbindet uns die Erfüllung unserer Grundbedürfnisse. Sie erinnern sich, wir betreten die Bühne dieser Welt aufgrund unser vorgeburtlichen Erfahrungen mit den beiden zueinander gegensätzlichen Bedürfnissen der Verbundenheit und Entwicklung. Das Piano lädt uns ein, die scheinbaren Gegensätze miteinander harmonisch zu vereinen. Denn das Klavier ist ein Kulturgut und das Klavier spielen eine Leistung unseres Kulturraums. Durch die Verwendung des Klaviers als Medium der Kultivierung verbinden wir uns intensiver mit unserer Region. Gleichzeitig können wir am Piano täglich lernend über uns hinauswachsen.

Bei der Auflösung des Spannungsfeldes aus dem Gegensatzpaar Verbundenheit und Entwicklung spielt auch wieder die Liebe eine wichtige Rolle. In diesem Fall ist es die Liebe zur Heimat. Das würde passen, denn die Heimat ist ja ein weiteres wichtiges Element, das uns über alle Altersunterschiede hinweg verbindet.

Zum Seitenanfang Spielen - eine gute Idee der Natur

Spielen - das ganze Leben lang

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Fetus

Beim Fetus ereignen sich die ersten Hörerfahrungen sowie positive Bahnungen gegenüber Musik, wenn er Entwicklungsraum und -zeit bekommt, während die Mutter musiziert bzw. dem Vater beim Musizieren zuhört. Derartige vorgeburtliche Prägungen können später ein Auslöser dafür sein, dass ein Kind ein Talent entdeckt und entwickelt. Ein Talent ist in diesem Fall ja nichts anderes als ein Bereich, der einem Spaß macht. Das Talent gibt den Hinweis auf ein Thema, das einem gut tut. Daher ist man in der Folge ganz eigen-sinnig und eigen-nützig bereit, mit diesem Thema einen größeren Teil seiner Zeit zu verbringen. Quasi nebenbei entwickelt man so sein Talent. Das ist tatsächlich eine der wesentlichen Erkenntnisse der Hirnforschung. Nämlich dass der Sinn des Gehirns darin besteht, die Vorgänge in unserem Körper so zu organisieren, dass es uns gut geht!

Zum Thema Erfolg ohne Angst - und ohne zu viel zu denken
Kleinkinder

Kaum auf der Welt gibt es richtig viel zu lernen. Da gibt es Vorbilder, die aufrecht stehen und auf zwei Beinen gehen. Vorbilder, die mit einem sprechen. Völlig ohne Angst vor einem Scheitern machen sich die Kleinkinder auf den Weg, über die körperlich-geistige Entwicklung Selbstwirksamkeit zu erlangen. Selbstwirksamkeit ist die Basis einer psychologischen Gesundheit - und zwar ein Leben lang!

Wenn man sich die Entwicklung des Menschen genau ansieht, dann stellt man fest, dass sich unsere geistigen Fähigkeiten entlang unserer körperlichen Entwicklung ausbilden. Das heißt, unsere körperlichen Fertigkeiten bestimmen letztlich, was wir im Kopf haben und wie wir damit umgehen. Die geistige Fähigkeit der Selbstwirksamkeit wird zum Beispiel entwickelt und gefestigt, wenn ein Kind sich zum ersten Mal am Tischbein hochziehen und einen Moment lang wie seine Vorbilder aufrecht stehen kann! Dementsprechend sollten Eltern auf eine vielseitige körperliche Entwicklung ihrer Kinder achten.

Für Kinder ist der Spielraum existenziell wichtig. Denn der Spielraum ist gleichzeitig ihr Lebensraum. In dem Zusammenhang weise ich gerne auf den Musikkindergarten hin, den der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim ins Leben gerufen hat. Inzwischen hat dieses Modell viele Nachahmer gefunden. In einem solchen Musikkindergarten können die Kleinen mit Musikern, mit Instrumenten und der Musik erste und vielfältige Erfahrungen sammeln. Hier wird Kindern das Tor zu einer wunderbaren Welt geöfnet!

Zum Thema Wie soll die Gesellschaft morgen aussehen?
Kinder
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Die Grundlagen sind entwickelt

Das Kind hat bereits großartige Entwicklungen gemeistert. Es hat das Stehen, den aufrechten Gang sowie die Muttersprache genau genommen irgendwie nebenbei gelernt. Das ist möglich, weil Kinder genetisch mit einem Überschuss an Nervenzellen und Nervenverbindungen versorgt werden. Im Übrigen ist die ganze Umgebung der Kinder darauf aus, den Kindern etwas beibringen zu wollen. Die Voraussetzungen zum Lernen sind daher für Kinder optimal. Nun hat es freie Kapazitäten zum Beispiel um das Musizieren zu lernen. Das ist die richtige Zeit. Denn es geht darum, die bereits erwähnten genetisch bedingten Überkapaziäten durch Nutzung zu erhalten. Andernfalls geht nämlich alles verloren, was von dem Überangebot nicht gebraucht wird. Zur Erhaltung der Kapazitäten ist Musik genau richtig. Denn Musik strickt völlig neue und übergreifende Netzwerke!

Zum Thema Positive Nebenwirkungen gezielt nutzen
Erwünschte Nebenwirkungen

Darüber hinaus leistet das Musizieren einen erwünschten Nebeneffekt. Es trägt nämlich zu einer besseren Sozialisierung der Kinder bei. Der bessere Umgang im Miteinander ist darauf zurückzuführen, dass es beim Musizieren von Anfang an um das Miteinander geht. Dieses ganz selbstverständliche Prinzip wird beim Musizieren ständig vermittelt. Teamfähigkeit als Ergebnis einer erfolgreichen Sozialisierung ist in allen Bereichen des Lebens gefragt.

Zum Thema Wie wird man zukunftstauglich?
Zukunftstauglichkeit durch Kooperation

Der mannschaftsdienliche Spieler ist ein oft geäußerter Wunsch in den Mannschaftssportarten. Aber da es im Sport vordergründig eher um das Gegeneinander und erst danach um ein Miteinander geht, funktioniert das Vermitteln eines kooperativen Geistes im Sport nur in Ausnahmefällen. Es hat sich ja bereits herumgesprochen, dass die Kinder heute in der Schule das Problemlösende Denken lernen sollten, um für die Zukunft fit zu werden. Vor allem komplexe Probleme erfordern kooperative Strategien. Wer dem längst überholten Konkurrenzdenken unterliegt, der schafft nur neue Probleme. Es geht um die Zukunftstauglichkeit unserer Gesellschaft.

Zum Thema Beim Zuhören das Vorausdenken lernen
Nebenbei antizipieren lernen

Musik vollbringt ganz beiläufig noch eine weitere Leistung. Wir lernen die geistige Fähigkeit des Vorausdenkens kennen und üben diese jedes Mal, wenn wir ein bekanntes Stück hören. Für die erfolgreiche Vorwegnahme (Antizipation) der Melodie gibt es von unserem Glückszentrum eine Belohnung in Form des Neurotransmitters Dopamin. Die Fähigkeit, etwas gedanklich vorwegnehmen zu können, wird zum Beispiel in komplexen Sportarten wie den Zweikampf-, Spiel- und Mannschaftssportarten wichtig. Taktik und Strategie werden hier zu Leistungsbegrenzenden Faktoren. Strategisch-taktisches Denken ist die Voraussetzung, um unter immer komplexer werdenden Anforderungen erfolgreich leben zu können.

Zum Thema Wie eine Ersatzbefriedigung funktioniert
Passiver Musikkonsum als Ersatzbefriedigung

Gleichzeitig kann man am Beispiel der Funktionsweise der Antizipation beim passiven Musikhören aufzeigen, wie eine Ersatzbefriedigung funktioniert. Wenn man nämlich zum Beispiel Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten nimmt, eine stabile Persönlichkeit durch die Bewältigung von Herausforderungen zu entwickeln, dann suchen sie nach Ersatzbefriedigungen. Da sie den natürlichen Wunsch nach Erfolgserlebnissen haben, folgen sie dem Angebot der Musikbranche und werden zu passiven Musikkonsumenten. Das Hören von bereits bekannten Liedern ermöglicht in Verbindung mit der gedanklichen Vorwegnahme der bekannten Melodien ein kleines Erfolgserlebnis, das darin besteht, dass die erwartete Musik tatsächlich gehört wird. Unser Glückszentrum belohnt uns daraufhin mit den entsprechenden Botenstoffen. Dabei enthält doch gerade das aktive Musizieren für die Persönlichkeitsentwicklung ein riesiges Wachstumspotenzial!

Zum Seitenanfang Mit Gefühlen umgehen lernen
Jugendliche

Die Jugendlichen kommen in die Pubertät. Das ist eine Phase mit gravierenden Änderungen, denn es findet der letzte Umbau der Persönlichkeit statt. Das Gefühlsleben erhebt in Quantität wie Qualität Anspruch auf mehr Lebensraum. Vor diesem Umbruch konnten die Kinder von Emotionen ungestört die technischen Fertigkeiten des Musizierens lernen. In der Pubertät können die Jugendlichen mit ihrem bereits erworbenen Können die eigene Veränderung stabilisieren. Der Schwerpunkt verlagert sich in dieser Phase weg vom Neulernen hin zum Klavier spielen mit Gefühl. Jugendliche könnten angeleitet werden, ein musikalisches Tagebuch ihres Gefühlslebens zu erstellen. Das wird aufgezeichnet und kann in sensiblen Phasen des späteren Lebens weiter entwickelt werden. Warum sollen wir nur die Emotionen der großen Komponisten möglichst originalgetreu interpretieren dürfen? Die eigenen Gefühle sind doch viel wichtiger! Klavierädagogen könnten darüber hinaus die Jugendlichen beim Komponieren eigener Werke unterstützen. In dem Potenzial der Gestaltung der Musik liegt der aktuelle Mehr-Wert verborgen!

Zum Seitenanfang Selbstharmonisierung - Ausdruck der zunehmenden Innenorientierung
Erwachsene

Gerade bei den Erwachsenen zeigt sich, dass sich die Ziele des Klavierspielens verändert haben. Erwachsene haben das Musizieren als Technik der Stimmungsregulierung entdeckt. Damit verbunden ist ein harmonisches da spielerisches Stressmanagement. Alternativ zum Joggen oder Walken haben wir die Möglichkeit zum Stressabbau über das Musizieren, bei dem gleichzeitig mehrere Sinneskanäle angesprochen werden. So wird beim Klavier spielen über das Spielgefühl der Tastsinn zusätzlich zum Hörsinn angesprochen.

Erwachsene erkennen in der Rolle als Eltern den Wert der Stimmungsregulierung auch für ihre Kinder. Denn Kinder lernen mit dem Musizieren eine erste Technik der Selbstregulierung, mit der sie innere Spannungen konstruktiv be- und verarbeiten können. Eine solche natürliche Technik der Selbstbeeinflussung wird in unserer Zeit besonders wertvoll. Denn gleichzeitig mit der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz des Prüfungsdopings in der Schule mittels Ritalin sinkt die Hemmschwelle gegenüber dem in der Wortwahl beschönigenden Stimmungsaufhellenden Konsum von Drogen dramatisch, da sie als Medikamente legalisiert sind.

Zum Seitenanfang Mit der Musik das Alter als einen Glücksfall erleben
Senioren
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Lebensqualität hängt von der Einstellung ab

Man kann kaum sagen, für welchen Altersabschnitt das Klavier spielen das größte Potenzial bietet. Vielleicht ist der Gewinn für Senioren am größten, da man bislang glaubte, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Die Hirnforscher haben herausgefunden, dass lebenslanges Lernen möglich ist! Das Stichwort heißt Neurogenese. Damit verbunden ist auch eine veränderte Einstellung zur Lebenserwartung. Das Kriterium für Lebensqualitä ist die Fähigkeit, das Leben nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen gestalten zu können. Ging es bislang mit 50 bergab, so beginnt nun mit 50 erst die richtig gute Zeit! Wie lange diese Phase der höchsten Lebensqualität dauert, haben Sie selbst in der Hand, denn es ist lediglich eine Frage Ihrer Einstellung, wenn Sie noch heute damit beginnen, diese Einstellung in die Praxis umzusetzen.

Zum Thema Der Nachteil verwandelt sich in einen Vorteil
Langsamkeit als Vorteil

Erwachsene haben häufig aufgrund der Erfahrungen in der Schulzeit eine negative Einstellung zum Lernen. Wenn man sich als Erwachsener im direkten Vergleich mit Kindern erlebt, muss man feststellen, dass man zum Lernen länger braucht. Aber auch der Aspekt der Langsamkeit beim Lernen betrifft eine der neuen Erkenntnisse der Hirnforschung. Denn genau diese Tatsache macht den wesentlichen Unterschied zwischen den Menschen und den Tieren aus. Wir brauchen für unsere Entwicklung mehr Zeit. Darin steckt die Chance, dass wir uns länger und genauer an die Anforderungen lernend anpassen können.

Zum Thema Das Leben gestalten - jetzt damit anfangen und den Kindern ein Vorbild sein
Werden Sie Klavierlehrer Ihrer Altersgruppe

Mit dieser Information von den Hirnforschern sind Sie im Vorteil. Sie sind nun nämlich nicht nur motiviert, selbst lernen zu wollen. Nein, Sie wissen, dass diese gute Nachricht unser Verhalten verändern wird. Wer einen Trend in der Entstehung erkennt, kann sich rechtzeitig positionieren. Wenn Sie also jetzt mit 50 das Klavier spielen lernen, dann gehen Sie das Projekt gleich so an, dass Sie Klavierlehrer werden! Herausforderungen brauchen wir genau genommen unser ganzes Leben. Das betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche. Bezogen auf Kinder haben die Lehrer herausgefunden, dass Kinder am besten von Kindern lernen. Das gilt nicht nur für Kinder sondern für alle Altersgruppen. Werden Sie daher ein Klavierlehrer für Ihre Altersgruppe!

Zum Thema Warten Sie nicht - Starten Sie jetzt durch!
Sich rechtzeitig zu einem Trend positionieren

Bei den sich bereits vollziehenden gesellschaftlichen Veränderungen könnte die Musik gerade für die älter werdenden Menschen eine besondere Gelegenheit bieten. Nämlich den leichten Zugang zum Lernen. Es geht darum, über das Musizieren wieder ein gutes Gefühl zum Lernen zu bekommen! Mit einer entsprechenden Pädagogik, mit modernen Technologien sowie mit gleichaltrigen Lehrern wird das für alle Beteiligten eine Geschichte mit spannenden Inhalten und einem guten Schluss. Lernen mit 50 und später sollte schon heute der Standard sein. Wer sich hierfür über die Musik fit hält, besitzt einen Lernvorsprung. Dieses Ziel können Sie als Gleichaltriger mit einem vergleichbaren Erfahrungshintergrund am besten vermitteln.

Zum Seitenanfang Nutzen Sie das Klavier zur Entfaltung Ihres Potenzials!